Der Petersdom in Rom
Der Petersdom in Rom liegt im Herzen des Vatikans, im Westen der Stadt. Als Wahrzeichen Roms ist er die Hauptkirche des Katholizismus, sein geistliches Zentrum und zugleich die größte Kirche. Seine Architektur, seine Schönheit und sein Reichtum machen ihn zu einer der unverzichtbaren Stationen eines Rom-Aufenthalts.
Weltberühmt für seine monumentale Architektur, seine von Michelangelo entworfene Kuppel und die bedeutenden Werke, die er birgt, beeindruckt der Dom ebenso durch seinen künstlerischen Reichtum wie durch seine historische Bedeutung. Auf dieser Seite finden Sie seine Geschichte, seine Architektur, seinen Innenraum sowie alle praktischen Informationen, um Ihren Besuch des Petersdoms vorzubereiten.
Bitte beachten Sie: Wegen der verschärften Sicherheitskontrollen kann der Zugang einige Zeit in Anspruch nehmen, mitunter mit langer Warteschlange in der prallen Sonne. Der Eintritt in den Petersdom ist kostenlos, der Zugang zur Kuppel ist kostenpflichtig.
Geschichte des Petersdoms in Rom
Die Geschichte des Petersdoms in Rom reicht bis in die Anfänge des Christentums zurück.
Er wurde über dem Grab des heiligen Petrus, des Apostels Christi, errichtet, in der Nähe des antiken Neronischen Zirkus, in dem der heilige Petrus und viele Christen den Märtyrertod erlitten.
Der Obelisk, der den Petersplatz schmückt, stammt übrigens aus diesem Zirkus.
Bereits im 2. Jahrhundert scheint es dort ein kleines Bauwerk zu Ehren des heiligen Petrus gegeben zu haben.
Doch erst Kaiser Konstantin ließ ab dem Jahr 319 an dieser Stelle eine große fünfschiffige Basilika errichten.
Diese Basilika war bereits reich ausgestattet und wurde mehrfach restauriert und erweitert.
Im 14. Jahrhundert ließen sich die Päpste aus politischen Gründen mit ihrem gesamten Hofstaat in Avignon nieder. Nach ihrer Rückkehr ein Jahrhundert später verließ das Papsttum den (baufälligen) Lateranpalast und zog in den Vatikan. Doch auch die Basilika aus konstantinischer Zeit verfiel. Eine Restaurierung wurde erwogen und sogar begonnen, schließlich entschied man sich jedoch für einen kompletten Neubau.
Papst Julius II. (1503 bis 1513) beauftragte den Architekten Bramante mit den Plänen für eine neue Basilika. Dieser wählte einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes (alle Arme gleich lang) mit einer Kuppel in der Mitte.
Der Bau dauerte mehr als ein Jahrhundert, und die größten Architekten und Künstler der Renaissance lösten einander ab, so Raffael, Peruzzi, Michelangelo, der die große Kuppel schuf, Vignola, Giacomo della Porta, Carlo Maderno, der den Plan zu einem lateinischen Kreuz abänderte (das Langhaus länger als das Querhaus), und schließlich Bernini (der den Bau zweier Glockentürme leiten sollte, von denen der erste aufgrund eines Rechenfehlers einstürzte …). Der Petersdom hat daher keinen Glockenturm!
Bernini schuf auch den Petersplatz mit seiner Kolonnade.
Papst Urban VIII. weihte die neue Basilika 1626 ein, 1300 Jahre nach der ersten … Dennoch dauerten die Arbeiten bis ins 18. Jahrhundert an.
Zu beachten ist, dass der Petersdom nicht die Kathedrale von Rom ist; diese Funktion übernimmt die Lateranbasilika (San Giovanni in Laterano).
Sie betreten den Dom vom Petersplatz aus, wo Sie die berühmte Schweizergarde sehen können, die den Zugang zum Vatikanpalast an der Bronzepforte bewacht.
Der Legende nach soll ihre berühmte blau-gelb-rot gestreifte Uniform von Michelangelo entworfen worden sein. In Wirklichkeit wurde diese Tracht Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Kommandanten der Garde geschaffen, der sich von einem Fresko Raffaels inspirieren ließ, der Messe von Bolsena, die beim Besuch der Vatikanischen Museen in den Gemächern des Apostolischen Palasts zu sehen ist.
Die äußere Architektur des Petersdoms
Die Fassade:
Sie ist das Werk von Carlo Maderno und gehört zu den zuletzt errichteten Teilen. Sie zeigt eine Abfolge von Säulen, die sich über zwei Geschosse erheben und die Türen und Fenster trennen, welche abwechselnd rechteckig oder rund sind. In der breiten Loggia befindet sich der Balkon, von dem aus der Papstsegen erteilt und die Wahl eines neuen Papstes verkündet wird. Darüber erinnert eine Inschrift daran, dass Paul V. Borghese die Fassade in Auftrag gab.
Bekrönt wird das Ganze von Statuen Christi und der Apostel. An beiden Enden befindet sich eine Uhr. Entgegen der ursprünglichen Planung ist die Kuppel nur wenig sichtbar, da die Verlängerung des Langhauses zu einem lateinischen Kreuz die Sicht verstellt hat.
Die Vorhalle und die Portale
Die Vorhalle (Narthex): Bevor Sie den Petersdom selbst betreten, durchschreiten Sie die Vorhalle. An beiden Enden sehen Sie je eine Reiterstatue, Karls des Großen und Konstantins. Außerdem können Sie ein sehr schönes Mosaik von Giotto bewundern, das Christus zeigt, wie er auf dem Wasser wandelt. Es schmückte die frühere Basilika.
Fünf Portale führen in die Basilika, darunter rechts die Heilige Pforte mit 16 Bronzetafeln, die nur in Heiligen Jahren geöffnet wird (diese Pforte stammt von 1950). Ein zweites bemerkenswertes Portal ist das von Filarete aus dem 15. Jahrhundert, das die frühere Basilika schmückte.
Das Innere des Petersdoms
Das Hauptschiff und die bedeutendsten Werke
Das Innere des Petersdoms ist beeindruckend, großartig, monumental … Vielleicht fehlt ihm etwas Wärme und Charme, doch es prägt sich ein, und genau das war das Ziel zur Zeit seiner Erbauung, mitten in der Gegenreformation. Die Ausstattung ist außerordentlich reich und im Barockstil gehalten. Boden und Wände sind mit mehrfarbigem Marmor bedeckt. Auf beiden Seiten trennen jeweils vier monumentale Pfeiler die drei Schiffe. Dort finden Sie Medaillons mit Darstellungen von Päpsten.
Am Eingang markiert eine Bodenplatte die Stelle der Krönung Karls des Großen.
Auf der rechten Seite finden Sie Michelangelos berühmte Pietà, ein Werk seiner Jugend, aus einem einzigen Marmorblock gehauen.
Zahlreiche Skulpturen schmücken die Basilika, etwa die Weihwasserbecken am Eingang, die von überlebensgroßen Engeln umgeben sind.
Es gibt auch zahlreiche Grabmäler, meist von Päpsten, darunter das prachtvolle Grabmal Alexanders VII., der kniend und betend dargestellt ist. Vor ihm öffnet sich ein Grab einen Spalt weit, aus dem eine Totenhand mit einer Sanduhr hervorragt. Dieses Grabmal schuf Bernini.
Im Hauptschiff steht eine berühmte Statue des heiligen Petrus mit den Himmelsschlüsseln, die auf das 13. Jahrhundert datiert wird. Pilger verehren sie noch heute, indem sie ihren im Lauf der Zeit abgewetzten Fuß küssen oder reiben.
Berninis Baldachin
An der Vierung des Querhauses können Sie Berninis eindrucksvollen Baldachin mit den gedrehten Säulen bewundern. Er steht über dem Papstaltar und dem Grab des heiligen Petrus.
Die Kuppel des Petersdoms
Darüber erhebt sich die gigantische, von Michelangelo entworfene Kuppel. Sie wird durch 16 Fenster großzügig beleuchtet. Am Rand der Kuppel steht die lateinische Inschrift „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben“. Mosaiken, die das himmlische Reich darstellen, schmücken die Kuppel.
Im Chor finden Sie eine Kathedra, einen Bischofsstuhl, der als Stuhl des heiligen Petrus bezeichnet wird, tatsächlich aber aus dem 4. Jahrhundert stammt und von Bernini in Szene gesetzt wurde. Über dem Sitz schweben Engel und eine Gloriole, aus der Lichtstrahlen hervorgehen.
Die Kuppel
Der Zugang zur Kuppel befindet sich auf der rechten Seite der Basilika. Er ist kostenpflichtig; der erste Abschnitt kann mit dem Aufzug zurückgelegt werden (der anstrengendere Teil bleibt zu Fuß zu bewältigen). Achtung: Steigen Sie nur hinauf, wenn Sie körperlich fit sind und nicht unter Platzangst leiden. Der Weg führt durch sehr enge Gänge mit niedriger Decke, die Hitze kann erheblich sein, und wer einmal begonnen hat, kann nicht mehr umkehren … Auf halber Strecke bietet sich ein Blick auf die Kuppel von innen. Von der Kuppel aus ist der Blick über die Stadt großartig!
Sie können außerdem die vatikanischen Grotten besuchen (der Eingang befindet sich manchmal im Inneren der Basilika, manchmal außerhalb). Diese Grotten entsprechen der Krypta, in der zahlreiche Päpste bestattet sind, darunter Johannes Paul II.
Öffnungszeiten, Anfahrt und Eintrittspreise des Petersdoms
Anfahrt: U-Bahn-Station Ottaviano – San Pietro oder Buslinien 23, 34, 60, 62 …
Adresse: Piazza San Pietro
Öffnungszeiten: Der Petersdom ist vom 1. April bis zum 30. September täglich von 7.00 bis 19.10 Uhr geöffnet. Vom 1. Oktober bis zum 31. März täglich von 7.00 bis 19.10 Uhr. Mittwochs ist der Dom bei einer Papstaudienz erst ab 13.00 Uhr geöffnet. Am 1. und 6. Januar geschlossen.
Der Zugang zur Kuppel ist vom 1. April bis zum 30. September täglich von 7.00 bis 18.00 Uhr geöffnet (letzter Aufstieg um 17.00 Uhr). Vom 1. Oktober bis zum 31. März täglich von 7.30 bis 17.00 Uhr (letzter Aufstieg um 16.00 Uhr).
Eintrittspreise: Der Eintritt in den Dom ist kostenlos. Der Zugang zur Kuppel kostet 8 € für den vollständigen Aufstieg zu Fuß (550 Stufen), 10 € mit teilweisem Aufstieg per Aufzug (320 verbleibende Stufen).
Website: Offizielle Website des Petersdoms