Die Lateranbasilika (San Giovanni in Laterano) und die Heilige Treppe
Die Lateranbasilika
Die Lateranbasilika liegt im Südosten Roms, in der Nähe der Stadtmauern. San Giovanni in Laterano ist die Kathedrale von Rom, deren Bischof der Papst ist. Sie ist die älteste Kirche und trägt daher den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen“. Sie ist eine der vier Papstbasiliken.
Anfahrt: U-Bahn-Station San Giovanni. Mit der Straßenbahn Linie 3 bis zur Haltestelle Porta San Giovanni. Mit dem Bus Linien 16, 81, 85, 87, 218, 655 …
Adresse: Piazza di San Giovanni in Laterano
Öffnungszeiten: täglich von 7.00 bis 18.30 Uhr. Besichtigung des Kreuzgangs von 9.00 bis 18.00 Uhr. Besichtigung des Baptisteriums von 7.00 bis 12.30 Uhr und von 16.00 bis 19.00 Uhr.
Eintrittspreise: Eintritt in die Basilika frei, der Kreuzgang ist kostenpflichtig (5 €)
Die Lateranbasilika wurde im 4. Jahrhundert von Kaiser Konstantin auf dem Grundbesitz der Familie der Laterani gegründet. Mit ihren 100 Metern Länge und 65 Metern Breite war sie ein außergewöhnliches Bauwerk; noch heute übertrifft sie nur der Petersdom in Rom an Größe. Von der antiken Kirche ist nichts erhalten, da Einfälle und Brände die Lateranbasilika mehrfach zerstört haben. Das heutige Gebäude stammt überwiegend aus dem 17. Jahrhundert, als Papst Innozenz X. Borromini mit der Erneuerung des Innenraums beauftragte. Die Hauptfassade wurde in den 1730er-Jahren von Galilei hinzugefügt.
Die Lateranbasilika ist von großer historischer Bedeutung. Sie war bis Anfang des 14. Jahrhunderts Sitz des Papsttums, fünf Konklaven fanden dort statt, und dort wurden die berühmten Lateranverträge unterzeichnet. Diese zwischen Mussolini und dem Papst geschlossenen Verträge legten die Rolle des Heiligen Stuhls in Rom fest.
Die barocke Hauptfassade besteht aus Travertin (weißer Kalkstein). Sie ist mit Pilastern und Säulen geschmückt, die sie in fünf Felder gliedern. Über den Portalen befindet sich eine Loggia, die ihrerseits von einer Balustrade mit 15 monumentalen, 7 Meter hohen Statuen bekrönt wird, die Kirchenlehrer, den heiligen Johannes, Johannes den Täufer und in der Mitte Christus darstellen.
Bemerkenswert ist das zentrale Bronzeportal, das aus der Antike stammt, denn es kommt aus dem römischen Senat. Das rechte Seitenportal ist die Heilige Pforte, die nur in Heiligen Jahren geöffnet wird.
Die zweite Fassade, die zur Piazza di San Giovanni in Laterano mit ihrem Obelisken weist, sieht ganz anders aus als die Hauptfassade.
Sie ist im Renaissancestil gehalten und wurde in den 1580er-Jahren von Carlo Fontana im Auftrag von Papst Sixtus V. errichtet.
Diese Fassade ist mit Pilastern geschmückt. Die Loggia im ersten Stock dient dem päpstlichen Segen (am Himmelfahrtstag). Sie wird von zwei Campanili aus dem 13. Jahrhundert überragt.
Der Innenraum der Lateranbasilika, den wir heute sehen, ist barock und stammt aus der Restaurierung von 1650 durch Borromini. Dieser modernisierte den mittelalterlichen Innenraum und verwandelte ihn in einen barocken.
So wurde die Zahl der Arkaden des Hauptschiffs von 14 auf 5 verringert; die zugemauerten Zwischenräume wurden durch große Nischen ersetzt, in denen die monumentalen Statuen der zwölf Apostel stehen.
Der herrliche Fußboden im kosmatischen Stil blieb erhalten und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Ebenso blieb die geschnitzte und vergoldete Holzdecke aus dem 16. Jahrhundert erhalten.
An der Vierung des Querhauses finden Sie den Papstaltar mit seinem Baldachin aus dem 14. Jahrhundert.
Dieser gotische Altar ist dem Papst, dem Bischof von Rom, in der Lateranbasilika vorbehalten. Der Baldachin wird von Säulen getragen und enthält zwei Reliquienbüsten mit den Schädeln der heiligen Paulus und Petrus.
Das Querhaus der Lateranbasilika hat einen großen Teil seiner Ausstattung aus dem 16. Jahrhundert bewahrt, mit Fresken, die unter anderem die Gründung der Basilika darstellen.
Der Chor ist mit einem sehr schönen Mosaik aus dem 4. Jahrhundert geschmückt, das jedoch im 13. Jahrhundert weitgehend erneuert wurde. Das Mosaik ist voller Symbole: Das Antlitz Christi ist über einem Kreuz angebracht, über das das Wasser der Taufe fließt. Dieser Strom teilt sich in vier Flüsse, die die Evangelien symbolisieren, welche die Erde bewässern. Maria und der heilige Johannes stehen zu beiden Seiten des Kreuzes.
In der Apsis können Sie außerdem den päpstlichen Thron bewundern.
Vom Hauptschiff aus gelangen Sie gegen eine kleine Spende in den prachtvollen Kreuzgang der Lateranbasilika.
Der gotische Kreuzgang stammt aus dem 13. Jahrhundert und hat seine schönen geraden oder gedrehten Säulen mit kosmatischen Einlegearbeiten bewahrt. Ebenso zieht sich auf der Gartenseite ein hübsches kosmatisches Mosaik um den Kreuzgang.
Das Baptisterium erreichen Sie, wenn Sie die Lateranbasilika durch die Seitenfassade wieder verlassen. Das achteckige Baptisterium stammt aus dem 4. Jahrhundert, aus der Zeit Kaiser Konstantins. Mehrere Jahrhunderte lang war es das einzige Baptisterium Roms.
Im Inneren tragen acht Säulen aus rotem Porphyr ein Gebälk mit acht Säulen aus weißem Marmor.
In der Kuppel ist die Schlacht an der Milvischen Brücke dargestellt, in der Maxentius und Konstantin einander gegenüberstanden. Konstantin schrieb seinen Sieg dem Gott der Christen zu, was ihn zur Bekehrung und zur Förderung des christlichen Kults bewog.
Die Heilige Treppe – Scala Santa
Auf der anderen Straßenseite, nahe dem Lateranpalast, finden Sie das Gebäude mit der Heiligen Treppe (Scala Santa).
Die Heilige Treppe wurde von der heiligen Helena, der Mutter Konstantins, aus Jerusalem herbeigebracht. Diese Treppe soll die des Palasts des Pontius Pilatus gewesen sein, die Christus vor seinem Tod hinaufgestiegen sein soll.
Es ist Tradition, sie auf Knien zu erklimmen.
Die Heilige Treppe führt zur ehemaligen Papstkapelle (Sancta Sanctorum), die sehr kostbare Reliquien birgt, darunter eine als „Acheiropoieton“ bezeichnete Christusikone (nicht von Menschenhand gemacht, sondern von einem Engel geschaffen).